Harthbasel

27. Februar 2009

BAHAMAHAMABA

Filed under: — klaus @ 15:59

(alle Fotos: Dirk Gebhardt)

Unter diesem fast exotischen Namen verbergen sich, ganz profan, die Anfangsbuchstaben der drei Ausstellungsteilnehmer und -teilnehmerinnen BAur, HArth, MAhren, HArth, MAhren, BAur.
Eingeladen als erste Austauschausstellung in die BBK-Galerie des BBK Rheinland-Pfalz in Mainz, zeigen Michael Mahren, Julia Baur und Klaus Harth Arbeiten, die alle etwas mit Bewegung im weitesten Sinne zu tun haben.

Julia Baur, Klaus Harth und Michael Mahren beschäftigen sich seit geraumer Zeit unabhängig voneinander, unterschiedlichen Themen nachgehend, mit bildnerischen Serien.
Bei Julia Baur handelt es sich dabei um überwiegend fotografische Arbeiten, die Körperlichkeit und Bewegung in den Mittelpunkt ihrer Untersuchungen rücken; bei Klaus Harth und Michael Mahren handelt es sich, in diesem Falle, um dezidiert zeichnerische Positionen. Letztere haben schon vor längerer Zeit entdeckt, dass ihre doch sehr unterschiedlichen Arbeiten, aus unterschiedlichen zeichnerischen Schulen kommend, geradezu füreinander gemacht scheinen: Sie ergänzen und kommentieren einander, manchmal scheint es, als sei die Formulierung des einen ein zeichnerischer Kommentar zu einem Blatt des anderen.
Dabei wurden die Grundlagen Michael Mahrens Arbeit in der Grundlehre eines Oskar Holweck an der Saarbrücker Werkkunstsschule gelegt, diejenigen Klaus Harths a der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz im so genannten „elementaren Zeichnen“ bei Prof. Dieter Brembs.

Auch in der Kombination aller drei Positionen scheint sich dies fortzusetzen.
Julia Baurs Fotos stellen Bezüge her zu den Bewegungsaspekten in Michael Mahrens zeichnungen, die z.T. selbst wieder in der Bewegung auf Spaziergängen entstanden sind, sich aber auch mit der dynamischen Umsetzung der Tätigkeiten des Schlagzeugers Oliver Strauch oder der Bildwelt von Boxübertragungen im Fernsehen auseinandersetzen.

Trotz des stupiden Erstellungskonzeptes und der Herstellung mit geraden und gebogenen Linealen zeigen Klaus Harths Zeichnungen z.T. ähnliche musikalische Ansätze wie die Blätter Michael Mahrens oder stellen Bezüge her zu Statik und Dynamik in den Fotos Julia Baurs. Es kommt zu formalen und inhaltlichen Verschachtelungen und Kommentierungen, die einem die einzelnen Arbeiten in immer wieder neuem Licht erscheinen lassen.

In den Abläufen der drei parallel montierten Bildschirme wird das besonders deutlich. Zwei Fotosequenzen Julia Baurs werden unterschiedlichen zeichnerischen Sequenzen der beiden anderen in immer wieder neuen Kombinationen parallel geschaltet. Dabei beschreibt dann ein gestrichelter Kreis plötzlich scheinbar die Bewegungslinie der über die Wiese springenden Kinder, während die andere Zeichnungssequenz zwischen seismologischer Erfassung der Stimmung bestimmter Situationen und barer Naturbeschreibung hin und her pendeln kann. Nicht zu vergessen sporadisch sich auftuende Verwandschaften zwischen linkem und rechtem Bildschirm, die das, was in der Mitte passiert, dann für einen kurzen Moment einzurahmen scheinen. Gestricheltes wird zu Regen, verwischte Haare und sich schnell bewegende Arme scheinen so sensibel linear wie die Schlagzeugmusik bei Michael Mahren usw. usf.

Die einzelnen Serien sind unabhängig und ohne Wissen voneinander entstanden. Die Ausstellungskonzeption trägt dieser tatsache Rechnung. Neben dem dynamischen Aspekt und der direkten Vergleichbarkeit in der quasi filmischen Gegenüberstellung auf den Bildschirmen, wird das Prinzip der Reihung bei der Präsentation der Originalarbeiten an den Wänden des Ausstellungsraumes beibehalten.
Die einzelnen Serien sind in unterschiedlichen Höhen montiert, Überschneidungen werden möglich, die Selbständigkeit der einzelnen Serie aber bleibt gewährt.

Bestenfalls gelingt das, was man sich für eine Gruppenausstellung wünschen sollte: man sieht im Zusammen mehr als im Einzel.

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