Harthbasel

10. Juli 2014

tagessätze-

Filed under: — klaus @ 07:16

HIER standen bisher die tagessätze. Versuche der sprachlichen Verdichtung in jeweils einem Satz. Versuche über die kleine Form. Gestartet wurde diese Sätze am 6. Mai 2006. Zuerst in diversen Notizheften und Büchern, später nur noch im Netz. Zur Zeit kommt ein Satz immer nur dann dazu, wenn er sich wirklich aufdrängt.

(Übrigens finden sich die alten tagessätze jetzt auch hier auf harthbasel unter tagessätze(ältere modelle), falls irgendjemand auf die Idee kommen sollte, die alten blogs abzuschalten.)

Es gibt die Tagessätze auch handgeschrieben auf Papier. Man kann sie dann zuhause an die Wand hängen, ins Regal stellen, auf den Boden legen, immer wieder lesen. Unsiginiert, aber rückseitig gestempelt. Für 5,- EUR zzgl. Versandkosten. Bestell it unter klaus_harth@web.de

harthbasel-tagessatz

 

 

 

 

 

 

 

  • 21.1.11 du verbeugst dich in ein niemandsland
  • 22.1.11 selbst der mathematiker kann sich nicht ausrechnen, nach welch atavistischen prinzipien er funktioniert
  • 23.1.11 die eleganz der sterblichkeit
  • 24.1.11  bewerbungsluft
  • 25.1.11  technik ist dazu da, dass sie funktioniert, nicht um menschen zu ärgern
  • 26.1.11  wir füllen die leere durch zufall
  • 28.1.11  das (fast einzig) interessante an dem film “black swan” ist, dass ich mich nicht daran erinnern kann, dass in einem hollywood-film bisher das übliche puritanische denkmuster, du musst nur fleissig sein und genügend an dir arbeiten, dann kommt auch der erfolg, wie hier erweitert wurde durch die botschaft, dass man auch ficken muss, um ausdruckvoll tanzen zu können – (das zweite interessante ist der versuch, technische manipulierbarkeit von bildern erzählerisch einzusetzen)
  • 29.1.11 es interessiert nicht, wenn in China ein sack reis umfällt, aber wenn dort keine deutschen eier mehr importiert werden, weil sie dioxinhaltig sind, dann interessiert das durchaus
  • 30.1.11 die frau guckt mit großen offenen augen in die welt, die dort in ihrem kopf ein abbild hinterlässt, das dir unbekannt ist, und du wirst niemals wissen, ob es sich irgendwie mit dem abbild trifft, das die welt in deinem kopf erzeugt
  • 2.2.11   die zeit bleibt übrig
  • 3.2.11   die zeit bleibt nicht übrig
  • 4.2.11   in meinem ausgesprochenen verwinkelten haus bekomme ich besuch von einem kollegen, der plötzlich lange haare hat und noch jemand anderes mitbringt, ich selbst bin fast zu spät und nicht mehr zur vorbereitung des essens gekommen, aber das macht nichts, wir sprechen und insbesondere unterhalte ich mich angeregt mit dem mitgebrachten besuch des besuchs und das haus verwandelt sich in ein mir fremdes aus und wir vermissen den langhaarigen bekannten, von dem sich dann herausstellt, dass er sich im nahegelegenen wald wohl umgebracht hat, jedenfalls führt die spur dorthin.
  • 5.2.11  in einem artikel über sigurd rompza heisst es, seine künstlerische arbeit und sein leben haben sich zu seiner zufriedenheit entwickelt, worauf  (und woraus) die artikelschreiberin schließt, das sei wohl das beste, was einer sagen könne — doch ist das nicht das schlimmste fazit, das einer ziehen kann: jetzt bleibt nur noch das sterben, zufrieden, haus, garten, anerkennung in den fachkreisen der konkreten kunst (nicht dass ich jetzt falsch verstanden werde, ich schätze seine arbeiten sogar).
  • 6.2.11   die traumatischen erfahrungen junger männlicher menschlicher wesen bei der beschneidung und die folgen für ihren späteren umgang mit sich und der welt, die anerkennung des gesellschaftlichen prinzips der ein- und unterordnung, sowie die traumatische erfahrung einer heidi klum, die eigenes erlittenes leid beim erklettern der karrieresprossen 1:1 an die kandidatinnen ihrer unterordnungsshows weitergibt — da gibt es durchaus interessante parallelen…
  • 7.2.11 epiktetia
  • 8.2.11 “und da habe ich mir dann ein thema gesucht”: genau hier fängt der fehler bereits an…
  • 11.2.11 leidenskritiker (aus erfahrener politischer ohnmacht ist dann plötzlich auch die todesstrafe wieder diskutabel…)
  • 12.2.11 bei umzügen zu helfen führt zwischendurch zu dem schönen gedanken, dass es beruhigend ist, zu wissen, dass es nicht der eigene ist – über den körperlichen einsatz hinaus braucht man sich keine weiteren gedanken zu machen
  • 13.2.11 ein bestgekleideter steineklopfer, geistig beweglich wie schwedischer granit, die gedanken auf ewigkeiten festgeklopft, wundert sich nur noch über die blödheit aller anderen (auch dies alles aus erfahrenem leid geboren?)
  • 14.2.11 unendliche mengen von menschen, die alle ins haus wollen: die geträumte illustration des weltuntergangs
  • 15.2.11 wirtschaftsweiser – ist dieses wort nicht ein widerspruch in sich selbst (obwohl es natürlich signifikant ist für das denken in unserer zeit, und es passt so wunderhübsch dazu, dass firmen jetzt ja auch alle philosophien haben!)?
  • 16.2.11  manchmal immer
  • 17.2.11 von beerdigungsritual zu beerdigungsritual wird mein atheismus bestärkt: der katholische ritus zählt dabei doppelt.
  • 18.2.11 wenn mitten im beerdigungsritual plötzlich der klingelbeutel herumgereicht wird (sollte an geld nicht immer gedacht werden, egal in welchem zusammenhang?), so ist dies nicht nur pietät-, sondern auch einfach nur geschmacklos
  • 20.2.11 die welt ohne wille und vorstellung
  • 21.2.11 die gräfin betrachtete den von ihr erworbenen doktortitel als den bestandteil ihres namens, den sie sich in wissenschaftlich sauberer und eigenständiger geistiger leistung erworben hat, da gab es nix zu rütteln, nur die vergangenheit hinter sich zu lassen, scheinbar, und scheinbar aus gedanklicher kraft
  • 22.2.11 die minderjähriger prostituierte, aus der die saarbrücker zeitung eine “liebelei” macht, wird nun auch noch von herrn lugner zum opernball eingeladen, resp. ja auch entlohnt, damit sie dort erscheint – gilt das jetzt eigentlich auch schon als pädophilie oder nicht mehr, weil sie schon 18 ist – herrn lugner gehört auf jedenfall sein doktortitel aberkannt, oder hat er erst gar keinen?
  • 23.2.11 aberkannt wird lugner im nächsten jahr seine loge beim opernball, so spricht die opernballchefin desiree treichel-stürgkh, während gaddafi in libyen wütend in die kameras hustet und nicht zuletzt deshalb so gespenstig wirkt, weil zwischen der farbe seines gewandes und der seines gesichtes kaum mehr ein unterschied festzustellen ist – –: treichel-stürgkh, das erfindet doch einer…
  • 24.2.11 unser außenwest ministerwelle hat einen interessanten sprechduktus: immer wieder werden die verben am satzende betont, z.b.: in dem satz “dass urlaub in ägypten zukünftig wieder möglich ist” (stimme stark angehoben, aber nicht wie in einem fragesatz, zusätzlich nochmal extrabetonung immer auf diesem letzten wort), so als wäre er nach jedem satz und jeder erklärung froh, dass das endlich gesagt und abgehakt ist, weil es ihn sowieso nicht wirklich interessiert, der eigentliche inhalt wird dabei merkwürdig bedeutungslos — interessant…
  • 25.2.11 ich passe wieder mehr in meinen bauch
  • 26.2.11 so viele häuser, die man nie betreten wird
  • 2.3.11 vom denken des menschen in den frühen jahren des 21. jahrhunderts
  • 5.3.11 es wuseln die menschen im gewerbegebiet, sie wuseln abends, sie wuseln morgens, sie wuseln nachts, und sie machen einen recht planlosen eindruck
  • 6.3.11 man kann einen ganzen tag mit unangenehmen dingen zubringen und abends einen einstündigen beeindruckenden spaziergang machen – – – dann ist es doch möglich, dass dieser spaziergang das ist, was von diesem tag bleiben wird
  • 10.3.11 so heißen denn musikstücke irgendwie, z.b. “moonlight in vermont” und es ertönen irgendwelche töne und trotzdem bringt dein hirn diese stimmung dann doch mit mondlicht zusammen, mit einem, wie du es dir so nur über vermont vorstellen kannst, was du aber überhaupt nicht kennst…
  • 11.3.11 wenn ich diese woche gestorben wäre, dann hätte ich es, wie meist, wieder mal kaum bemerkt.
  • 12.3.11 ein frisch ausgebackener minister
  • 15.3.11 im television: friedrich zimmermann nach tschernobyl, wie er vor sich hinspricht, dass keine gefahr für die bundesdeutsche bevölkerung usw. usf. – sensationell
  • 27.3.11 wer das gut findet, kann mich nicht gut finden
  • 28.3.11 fast wie ein schnurrbart der drei musketiere, allerdings mit einem kleinen komma, links nach unten
  • 29.3.11 knien vor maschinen
  • 30.3.11 ich koche suppe für die angekündigten gäste – der blick in den kochtopf zeigt, es wird wohl nur für einen teller reichen…da die ersten allerdings in zehn minuten eintrudeln werden schnipple ich wie ein wilder restliches gemüse, nehme einen größeren topf und hoffe, dass es irgendwie noch klappen wird
  • 31.3.11 die frage: ‘ich schätze deine arbeit sehr, um wieviel kannst du sie  mir billiger geben?’ kommt in der regel nur von menschen, denen es finanziell besser geht, als dir selbst – alle anderen kämen gar nicht auf die idee, so etwas zu fragen.
  • 1.4.11 im radio ein junger mann aus berlin, der professionell aprilscherze verkauft und auch selbst “durchführt”; er ist am tage aller tage früh unterwegs und hupt und mault über die anderen verkehrsteilnehmer, bar jeglicher geduld, jeglichen humors und jeglicher selbstironie
  • 2.4.11 viele glauben ja daran, dass 2012 die welt untergehen wird; wenn nur alle fest daran glauben, könnten wir es schaffen!
  • 3.4.11 aneignung: ich freue mich so sehr über den pfirsisch und die magnolie, dass ich erst recht spät merke, dass ich ein völlig anderes ding bin als die
  • 4.4.11 aneignung und abeignung
  • 5.4.11 im radio heute morgen ein japanischer atomkraftwerksangestellter, der öffentlich geweint hat, und der spontane gedanke: ob die den extra dafür eingestellt und damit beauftragt haben?
  • 6.4.11 die menschen sind zum sterben bereit und bekommen für ihr abo vorteils-magazine
  • 7.4.11 die kerze brennt, aber es entzündet sich kein licht
  • 9.4.11 in der zeitung lese ich eben statt “O Tannenbaum” -> “Null Tannenbaum”
  • 16.4.11 gruooe
  • 18.4.11 wohin soll ich mich wenden, wenn der ganze kram mich drückt?
  • 19.4.11 manchmal muss man etwas wollen, um nachher nixmehr wollen zu wollen, oder vielleicht auch nicht
  • 20.4.11 konomen
  • 21.4.11 das Katastrophen-Hochregal
  • 22.4.11 das Kissen wird zur Matratze und führt dann als Leiter ins Zentrum des Geschehens
  • 25.4.11 bratschmuck
  • 26.4.11 die wäscheleinen hängen hier zu tief, die wäscheleinen hängen hier zu tief!
  • 28.4.11 erbe oder wunsch
  • 30.4.11 in der schweiz klebt man sich teure pflaster
  • 2.5.11 gab es in der geschichte auch nur einen einzigen größen schachspieler, der gerne birnen mochte?
  • 5.5.11 perspektivwechsel durch 300m unterschied
  • 10.5.11 so wie manche sagen: vom geld allein wird man auch nicht glücklich, könnten sie auch (die hände über dem bauch gefaltet) sprechen: vom essen alleine wird man auch nicht satt!
  • 16.5.11 mutterloch
  • 17.5.11 der protestantische atheist entdeckt beim fahrradfahren eines abends zwei leuchtende engel direkt vor ihm auf dem asphalt
  • 20.5.11 Landeskirchenmusikdirektoren-Präsident: das gibt es wirklich (und wäre eigentlich nur noch zu übertreffen durch den Landeskirchenmusikdirektorenpräsidenten-Aufseher).
  • 21.5.11 Aufsehr.
  • 23.5.11 bei fremdsprachen ist das manchmal ein komisches gefühl: ein bestimmtes wort ist einem noch nicht so recht vertraut und man hat das gefühl, man darf es nicht zu oft gebrauchen, sonst hat es sich irgendwann aufgebraucht und steht einem nicht mehr zur verfügung
  • 25.5.11 freunde sind die, die man auch ohne sauberzumachen in die wohnung lassen kann
  • 26.5.11 zerotonin
  • 28.5.11 es war ein eishockeyspiel angekündigt, das war eigentlich ganz untypisch für dieses dorf, wo wir urlaub machten, umso interessanter zu sehen, was die daraus machen wollten – in einem kleineren haus sollte das stattfinden, wir zahlten den eintritt und drinnen saßen bereits ein paar leute um eine badewanne (sie war zwar weiß und zerkratzt, aber als eishockeyfeld dann doch ein wenig klein und ungeeignet…): es kamen dann auch keine eishockeyspieler, sondern eine frau, die sich ohne wasser einzulassen in die wanne setzte und ein abseits platznehmender erzähler, der uns mit seinen geschichten in den bann zog – – – es dauerte lange, war aber unterhaltsam, und keiner merkte, dass das etwas anderes als ein eishockeyspiel war.
  • 29.5.11 meine tage werden verknotet
  • 31.5.11 politik beginnt da, wo geschmack aufhört
  • 2.6.11 starksinn
  • 7.6.11 auch ich war einst ein jüngling mit logischem haar
  • 8.6.11 mülltöne – mühtonne – kühltonne
  • 9.6.11 trugschlüssel
  • 14.6.11 verunglückte milde
  • 15.6.11 Die Tagebücher Max Frischs erinnern an Zeichnungen, kleine Beobachtungen und Notizen, hinter denen der Beobachter erkennbar wird.
  • 17.6.11 Der Irrtum der Politik hingegen besteht darin, dass sie sich nicht als Konzeption begreift, die sie jedoch ist, als welche sie sich immer wieder vor der Beobachtung bewähren sollte, als eine Konzeption, die fallen gelassen oder verändert werden müsste, wenn sie sich nicht mehr bewährt – stattdessen versteht sich die Politik als ein Dogma, dem die Beobachtungen angepasst werden müssen; oft verzweifelt genug.
  • 18.6.11 die alternativlose wahrheit in veränderbaren zahlen
    die veränderbare wahrheit in alternativlosen zahlen
    die zählbaren alternativen in einer unveränderten welt
  • 21.6.11 gestern abend auf einen werbeartikel für unternehmerseminare hingewiesen worden, der sich die (wieder)entdeckung der wertschätzung der mitarbeiter auf die fahnen schreibt: pseudo-ethische kompetenz als mittel zur umsatzsteigerung (ach so, ich soll die gut behandeln und dann arbeiten die besser, ok, probieren wir’s mal!) – der artikel schreibt dann selbst WERTschätzung – c’est ca.
  • 27.6.11 andenker – fertigdenker
  • 28.6.11 zerr-Siedlung
  • 29.6.11 der lärm macht den eindruck -: der rheinfall bei schaffhausen macht einem die dimensionen der zeit sofort klar: das fließt und tost und tobt und das hat auch vor zweitausend jahren bereits genauso geflossen, getost und getobt, aber warum einem der gedanke eher selten vor dem sanft dahingleitenden fluss, beispielsweise bei heidenfahrt, kommt, denke ich, liegt am lärm: zweitausendundmehr jahre tosende wassermassen, zweitausendundmehrjahre natürlicher lärm, zweitausendundmehrjahre keine stille.
  • 1.7.11 man beginnt links oben und endet rechts unten
  • 7.7.11 die meisten überheblichen menschen näseln: das liegt daran, dass sie in einer höhe zu sprechen versuchen, auf der sie sich gerne befänden
  • 18.7.11 die kunst ist ein dekorationsmöbel ist kein dekorationsmöbel
  • 19.7.11 es reicht nicht, in dieselbe richtung zu schauen, man muss dabei auch ähnliches erkennen
  • 20.7.11 zu bildenden künstlern wird ja oft gesprochen: das könnte ich aber auch, oder: besser von picasso gemalt, als vom leben gezeichnet usw. usf, aber hat man schon mal jemanden zu einem politiktreibenden sagen gehört: das könnte ich aber auch?
  • 21.7.11 wahrheit macht unsensibel
  • 22.7.11 wahrnehmungszwang
  • 23.7.11 WASTE WATCHERS
  • 30.7.11 Das Echo des Bellens im Hundezwinger unter dem Autobahnzubringer.
  • 1.8.11  Warum heißen Straßen in sogenannten sozialen Brennpunkten immer August-Bebel- oder Käthe-Kollwitz-, aber nie Hemlut-Kohl- oder Henry-Ford-Straße?
  • 2.8.11 ein guter Apfel ist so wenig Apfel wie möglich!
  • 5.8.11 dunkel alt draußen
  • 7.8.11 eine gerettete Frau, die die Flucht von Libyen nach Italien überlebt hat, wird mit einer Goldfolie zugedeckt, damit sie nicht auskühlt und auf der Bahre an Land getragen: mit einer  GOLDFOLIE!
  • 8.8.11 unkllar
  • 9.8.11 nur wenn dir die kunst irgendwann völlig egal wird, kannst du ein großer künstler werden!
  • 10.8.11 87,5kg, leicht bewölkt, windig
  • 11.8.11 KONSENSMÜHLE
  • 12.8.11 wenn nicht alle so empfindlich wären, wären die dinge viel einfacher
  • 13.8.11 minenfeld mit einundfünfzig rohen eiern
  • 14.8.11 zum Tee bei Dr. Minenfeld
  • 15.8.11 es gibt keine Lösungen, es gibt nur Probleme
  • 16.8.11 tagesübergesicht
  • 17.8.11 SCHWEIGEN OHNE WALD
  • 18.8.11 wenn man die Zitrone erst am Schluß erwähnt, könnte dies bereits gefährlich werden!
  • 19.8.11 wir sassteten und dachteten
  • 22.8.11 der start bin  ich
  • 26.8.11 arnulf reiner dieter rot rosemarie trockel
  • 27.8.11 oekonomischer gottesdienst
  • 28.8.11 überall wahu, wahu, wahu!
  • 31.8.11 entsonnen – endsonnen
  • 1.9.11 MÜDRECHT – PRÜFFELD
  • 3.9.11 nachts, oberhalb zweier brücken tönt es, dass es niemand höre
  • 4.9.11 klag- und fraglos
  • 6.9.11 ich weiss noch gar nicht, was ich mit diesen vielen sauberen Händen anfangen soll
  • 7.9.11 optische feigen
  • 10.9.11 A U F G E H E N – A B G E H E N – Z U G E H E N
  • 11.9.11 A U F G E B E N – A B G E B E N – Z U G E B E N
  • 14.9.11 zwei frauen kommen mir im laufschritt auf der brücke entgegen: eine links in kleid und bluse und passendem schuhwerk, eine rechts in stilechtem laufdress – beide laufen im selben tempo, obwohl man vermuten müsste, dass kleid und bluse dieses tempo gar nicht zulassen könnten – beide scheinen sich nicht zu bemerken: ein einzigartiger moment der weltgeschichte, alles andere als ein déja vu…
  • 16.9.11 die badische zeitung montiert ein rundbild des papstes über das abbild eines fußballtores, das ganze als illustration dafür, dass am wochenende des papstbesuches keine fußballspiele stattfinden, das hat klassisch surreale grundzüge im sinne des zufälligen aufeinandertreffens eines dingens und einer nähmaschine auf einem seziertisch (man könnte das rundbild nun aber gleich als ball auf dem elfmeterpunkt und man sieht bereits die füße, wie sie anlauf nehmen usw. usf)!
  • 17.9.11 mittags zwei schnitzel essen, aber nachts keine stechmücken erschlagen wollen
  • 19.9.11 mathias matussek, 57, beantwortet die taz-frage am samstag, ob der papst nun pop sei oder nicht, so voraussehbar provokant, der papst sei sogar punk und “die letzte große Provokation unserer Zeit”, er sei subversiver und anarchistischer als die Sex Pistols und blablabla; nix gegen die Sex Pistols jetzt, aber das Wort Anarchie definiert sich einfach ein wenig anders als Katholizismus (wie sang schon der frühe Heinz Rudolf Kunze?: und mein T-Shirt ist eigentlich ein Norwegerpullover und von Ferne rauscht der Verkehr fast wie das Meer, und wenn er’s nicht gesungen hat, so hat er es wenigstens gesagt…)- – –
  • 21.9.11 Camus Claudel
  • 24.9.11 SINNTAG
  • 25.9.11 Erntegedankenfest
  • 28.9.11 hinsichern
  • 29.9.11 kreuzueber
  • 1.10.11 alles geht mehr
  • 2.10.11 kunst macht spaß, ist aber keine arbeit
  • 6.10.11 NORDEN WESTEN OSTEN REST
  • 7.10.11 die welt sieht breiter aus und ich bin mir nicht sicher, ob das der wahrheit entspricht oder ob das einfach damit zusammenhängt, dass es gerade dunkler wird
  • 18.10.11 dieser Kringel trägt übrigens den Namen Freitag
  • 19.10.11 Gesichtsbock
  • 20.10.11 Kringel für Gesichtsbock
  • 21.10.11 Die 58 ist eine der Zahlen, zu der sich überhaupt kein Bezug herstellen lässt.
  • 24.10.11 Beim facebook gibt es nicht nur schlechte Seiten, nein, z.B. die Autobahnen und man kann nachts wieder ohne Angst auf die Straße geh’n…
  • 29.10.11 die Kringelnatur der Zeit
  • 7.11.11 das ausbleiben der menschen nagt doch
  • 8.11.11 schmachtfelder
  • 10.11.11 man fragt sich immer, wie solche arschloschregime funktionieren können, und dann sitzt man unbefangen im gespräch und hört dann plötzlich sachen und es ist dann vollkommen klar, wie arschlochregime funktionierten, funktionieren und funktionieren werden.
  • 13.11.11 einen stuhl in die hand nehmen und in den raum werfen – so liegenlassen – das ganze: geworfener stuhl nennen.
  • 18.11.11 ordnungslieb
  • 20.11.11 Der Unterschied macht die Tiefe!
  • 21.11.11 Pseudopicasso darf nicht sterben.
  • 25.11.11 Achte Dich vor dem Eitfü!
  • 30.11.11 Sinnvöllerei
  • 2.12.11 er machte einen entpflegten eindruck
  • 6.12.11 verost – verwest
  • 10.12.11 ein Mensch aus Fleiß und Blut
  • 13.12.11 ich lehne modekrankheiten generell ab
  • 28.12.11 manche sprechen sich froh – nicht durch den Inhalt, sondern durch das Sprechen selbst
  • 1.1.12 das Opfer ihrer eigenen Gelenkigkeit
  • 4.1.12 Dieses Gefühl, dass einem gesellschaftliche oder technische Entwicklungen egal werden, dass das alles irgendwie nichts mehr mit einem selbst zu tun hat, ab diesem Gedanken beginnt die Gewöhnung an den Tod.
  • 6.1.12 weder Aus- noch Einkünfte
  • 8.1.12 mit ihrem Auto können sie nur schlecht sprechen
  • 10.1.12 die fehlerfrei-Philosophie!
  • 11.1.12 der dämongraphische Wandel
  • 16.1.12 wer Gutes tut, dem schenkt sein Gott auch Collagen
  • 24.1.12 Max Frisch schreibt in seinem Tagebuch 1946-1949: “Schreiben heisst, sich selber lesen”, dann heisst Zeichnen: sich selbst betrachten
  • 25.1.12 die Mysterien finden auch ohne Hauptbahnhof statt
  • 2.2.12  Mut-Massen
  • 3.2.12  Fern-Schrecken
  • 9.2.12 scherz, satire, ironie und tiefere enttäuschung
  • 27.3.12 engstirniert
  • 28.3.12 nonfood-wurst-hygiene-frische
  • 29.3.12 der zahn der zeit: er nagt auch an den augen!
  • 11.4.12 ich will die zeit neben mir greifen und muss feststellen, dass sie sich oberhalb von mir befindet
  • 18.4.12 da bauen sich die menschen die wunderbarsten häuser, um abends drinzusitzen und fernzusehen
  • 19.4.12 da weiss man nicht, wo man mehr kotzen muss: bei “nicht alle bundesbürger sind ausgewählt, um diese münzen zu erhalten” oder dem verdun-spektakel mit pädagogischem kinderset, bei dem das kind die schlacht von verdun auf unterhaltsame weise kennenlernen kann…
  • 2.6.12 Perfektion ist auch nur eine weitere Form der Unterdrückung.
  • 10.6.12 REDUKTIONSHELD
  • 18.7.12 open nach unthen
  • 26.7.12 innerer und äußerer schweinehund
  • 27.7.12 ich war unglaublich wütend bis ich mich eines morgens in New York hoffnunglos verlaufen hatte…
  • 3.8.12  zeitnah hungerfern
  • 14.8.12 Heilig Heine
  • 19.8.12 Glücksstauner
  • 20.8.12 die ganze zeit über versuche ich, wieder ein halbwegs normales leben zu beginnen, aber dann kommen ständig wieder menschen vorbei
  • 2.9.12 Es gibt die Lösungen, damit wir Probleme haben.
  • 3.9.12 Sollten Augenoptikerinnen zwangsweise Brille tragen?
  • 5.9.12 tagesübergesicht
  • 6.9.12 wurmfortspatz
  • 8.9.12 Das Wort “Lebensaufgabe” in mehrererlei Bedeutung.
  • 1.11.12 tolerant müssen immer nur diejenigen sein, die unter etwas leiden
  • 5.11.12 Tatsack.
  • 10.11.12 Wenn man nur schnell genug läuft, ist man schon wieder wach, bevor man eingeschlafen ist – vorausgesetzt, man hat eine Taschenlampe dabei.
  • 3.12.12 Amt für Spaziergänge in fremden Firmen
  • 4.12.12 Freugabel.
  • 19.12.12 ich steige die steile treppe hoch und auf ungefähr der hälfte kommt mir mein unglaublich dick gewordener onkel entgegen, obwohl er mir etwas dünner erscheint als ich ihn in erinnerung hatte, also da kommt mir dieser onkel entgegen, der sich abmüht, einen kinderwagen mit leergut treppab zu bugsieren, was ihm sichtlich schwerfällt, und ich weiß nicht ob er mir überhaupt wiedererkennt, ich weiß auch nicht ob wir uns grüßen sollen oder wollen, jedenfalls helfe ich ihm den kinderwagen mit leeren bierkisten nach unten zu tragen und steige dann wiederum die treppen hinauf, mühselig.
  • 21.12.12 Willenkomm
  • 23.12.12 was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem andern zut.
  • 16.1.13  FUGENPOET
  • 26.1.13 Kaiser Schlimmhelm
  • 27.1.13 Kurz vor seinem Tod trieb er noch ein wenig Endsport
  • 22.3.13 anstandsfrei
  • 28.3.13 geld macht nicht hübscher
  • 29.3.13 kuratot
  • 16.4.13 meine kleine willensmacht
  • 19.4.13 dünnheutig
  • 24.4.13 ich bin zu den Menschen freundlich, aber ich bin nicht menschenfreundlich
  • 25.4.13 momento mori
  • 30.5.13 In Mainz steht an der Straßenecke ein Akkordeonspieler und spielt: this is my way
  • 31.5.13 Das Gesicht der Frau zeigte  ganz deutlich, dass es ihr zu diesem Zeitpunkt gänzlich unmöglich war, das von ihr in seinen Einzelheiten für wahr genommene in einen ihr sinnvoll erscheinenden Zusammenhang zu bringen.
  • 1.6.13    Der Zug war derart klein, dass die Mädchengruppe immer lauter werden musste. um nicht von der Masse erdrückt zu werden (ihrer eigenen Masse?)
  • 2.6.13  gehemmt verschmitzt
  • 3.6.13 satirischer Roman für indische Erwachsene aus Schottland
  • 7.6.13 den ganzen hohlen tag entlang
  • 11.6.13 weichfest
  • 15.6.13 ich sehe nicht, dass dieser stern am himmel sich bewegen soll, trotzdem behauptet der mann morgens um halb fünf, er sehe deutlich eine bewegung und dies sei womöglich die ISS.
  • 17.6.13 meine Mutter wohnt in einem Haus an einem steilen Berg, ein großes und sehr sehr unübersichtliches haus, ein fernsehteam filmt von oben die steilheit des anstiegs (wobei es meiner Mutter aber an nichts zu mangeln scheint…)
  • 18.6.13 Mir gefällt schon immer dieses schöne deutsche Wort: sich beschweren -:  als legte man die Gedanken, den persönlich geprobten Aufstand, was auch immer, auf sich drauf und fühlte sich dann endlich nicht mehr so leicht wie voher, beschwert halt, und da man das alles wunderbar alleinst regeln kann: <em>sich</em> beschweren!
  • 19.6.13 der vergleich des denkens mit mit der sichel bearbeiteten grashalmen…hmmm…
  • 29.6.13 ausblock (eins bis drei)
  • viele kleine “nur”s, in unterschiedlichen ausführungen und variationen…(als film)
  • 7.7.13 letztes abends die feierabend-jungs des garten-und landschaftsbaubetriebes: den ganzen tag erde bewegen und abends dann das tiegfergelegte auto: kompensation, bewegung und statik, zustand und status
  • 8.7.13 mein wasserkocher ist ein tyrann
  • 9.7.13 Schwätzwert
  • 11.7.13 heute nacht habe ich mich vor dem haus beerdigt.
  • 12.7.13 das Wort Scherereien wird abgeleitet von Herrn Scherer
  • 17.7.13 optische Enttäuschung
  • 18.7.13 ich komme montags in die firma und erfahre: der chef ist tot, hatte einen unfall, doch ich erinnere mich, dass ich ihn freitagabend vor dem nachhausegehen noch gehört habe, wie er musik gemacht hat, also drehe ich die zeit einfach ein wenig zurück und als er dann freitagabend nachhause fahren will, winke ich ihm kurz zu und verwickele ihn in ein gespräch, bevor er weiterfahren kann: diese ein, zwei minuten lassen ihn später zu dem ort kommen, wo es bisher den tödlichen unfall gegeben hat; er überlebt also und ich habe ihm das leben gerettet durch so einen kleinen, aber genialen einfall – draufkommen muss man halt…
  • 19.7.13 Kunst ist es dann, wenn man ein größeres Gehirn hat als ein Vogel zum Beispiel, folglich die Dinge bewusst ordnen kann
  • 20.7.13 ich sehe dem leim beim trocknen zu und merke, wie ich müder und müder werde.
  • 21.7.13 die graue tapete als lichtblick
  • 22.7.13 die füsse ins wasser gestellt, kann ich nach venedig reisen.
  • 23.7.13 der winter dauerte bis ende juni, aber wenn es mitte juli dann schon unerträglich heiß sein sollte, stöhnen die menschen und haben bereits alles vergessen
  • 24.7.13 wir leben in einer zeit der superlative: fällt ein wenig schnee, handelt es sich sofort um ein schnee-chaos, hat jemand einen gedanken… … …
  • 25.7.13 sich die welt aufladen/sich die welt abladen/sich die welt aufblasen/sich die welt abblasen
  • 26.7.13 auch sprache ist eine bildende kunst
  • 27.7.13 schmachtfehler
  • 28.7.13 Es ist ja zur Mode geworden, um Kunden zu ködern, sogenannte “Gratis-Geschenke” anzupreisen, als ob es nicht der innewohnende Gedanke bei Geschenken wäre, dass man sie für nix bekommt, nungut, aber schön wäre es doch auch, wenn diese Firmen plötzlich auf die Idee kämen, dir Sachen anzubieten: Zusätzlich zu Ihrem Einkauf bekommen Sie noch eine Umhängetasche als Geschenk für nur 25,95 EUR…würde irgendwann auch keiner mehr merken…
  • 29.7.13 mein schönes kleines gehirn
  • 30.7.13 man darf seine quellen ruhig immer nennen, darf man auch sein quälen ruhig immer nennen?
  • 31.7.13 jetzt im Turbo-Juli als Gratis-Geschenk: Komfortschaum für die Feier-Biester!
  • 1.8.13 von Robin Hood zu Frozen Food
  • 3.8.13 mein gehirn ist ein nichtschwimmer
  • 11.8.13 der abschreiter
  • 17.8.13 man verteilt die farbe einfach so, dass das denken sichtbar wird
  • 23.8.13 ein windstiller rasenmähe
  • 27.8.13 letzte woche ist sie immer vor einem weggelaufen, die zeit, diese woche läuft sie aufeinen zu
  • 29.8.13 drucks-termin
  • 30.8.13 drallallallala
  • 1.9.13 großen händen gehen große taten voraus
  • 3.9.13 tundruck
  • 4.9.13 der Heiligenschein ist es, der die Person über jeden Zweifel erhaben macht
  • 5.9.13 GROSSÖDNIS – KLEINÖDNIS
  • 6.9.13 seine pure Anwesenheit macht ihn bereits böse
  • 8.9.13 Hercule Prolot
  • 9.9.13 der Regen macht die Flugzeuge leise
  • 11.10.13 Macke und Marke: ein Buchstabe Unterschied
  • 18.10.13 SPORATISMUS
  • 29.10.13 Versschmerz und frühes Müd
  • 28.11.13 GROSS-ARTIG
  • 21.12.13 das bauchgefühl gottes
  • 22.12.13 frohes fett!
  • 23.12.13 kaufen ist krieg
  • 28.12.13angstmut
  • 29.12.13 die welt ist eine stillschweigende floskel
  • 1.5.14 wir leben knapp unter dem existenzmaximum
  • 3.5.14 irgendwo ist immer 9 Minuten nach 6
  • 9.5.14 warum regnet es in holland und in belgien scheint die sonne?
  • 11.5.14 ich muss mich nicht verstellen, ich bin verstellt
  • 17.5.14 zufriedenheit spielt keine rolle
  • 20.5.14 ist natürliche Dummheit das präzise Gegenteil von künstlicher Intelligenz?
  • 2.6.14 rosa ist eigentlich auch nur ein buntes grau
  • 15.6.14 aus meinem kopf kommt meine stimme, doch mein körper fühlt sich an, als wäre ich mein eigener bruder.
  • 18.6.14 intelligenz wird manchmal von sturheit gefressen
  • 19.6.14 in zeiten, wo demenz immer mehr an bedeutung gewinnt, ist es vielleicht besser, manche dinge gar nicht erst gewusst zu haben
  • 21.6.14 leben kann ich wenn ich tot bin
  • 22.6.14 ungesägtes glück
  • 25.6.14 der künstler hat keinen sozialen auftrag, wenn überhaupt, hat er einen asozialen auftrag
  • 9.7.14 Kanada ist ein schlechtes Land, wenn man Angst vor Bäumen hat.
  • 10.7.14 gemüselautstärke
  • 2.8.14 die schnecken wie kleine zeppeline auf dem radweg
  • 3.8.14 heldentum in zeiten fortgeschrittener altersarmut
  • 4.8.14 der 4. august fiel bereits oft auf einen montag
  • 13.8.14 vor dreiundfünfzig jahren war sonntag
  • 8.9.14 der fluch der nachtigall
  • 12.9.14 stachel: manche menschen sind so fasziniert von iher eigenen fabulierfreude, dass sie sich noch nicht mal selbst zuhören
  • 13.9.14 wir tun des tuns möglichstes
  • 24.9.14 die dummheit nimmt zu!
  • 21.10.14 welthält
  • 29.10.14 LOB und ANTILOB
  • 30.10.14 zeitziehing
  • 31.10.14 ich ernähre mich durch unvergessliches
  • 1.11.14 Distanzlehrerin
  • 2.11.14 das glück ist das leichte
  • 22.11.14 Tatoos sind auch nur eine andere Form von alpenländischen Balkongeländern
  • 23.11.14 Hemdschwelle
  • 29.11.14 i like weihnachten and weihnachten likes me
  • 30.11.14 die trostlosigkeit eines geteerten sonntagmorgens
  • 14.12.14 der mensch ist katholisch
  • 22.12.14 es ist schön, dass wir es noch geschafft haben, sonst wäre alles umsonst gewesen: die tickets und die freude
  • 23.12.14 alle saxophone mozarts sind mit den tränen sisis gefüllt und stehen in den schaufenstern zum verkauf; der held wirft einen sonnenschirm durch die nacht, die welt auf den schultern ist goldig und ich selbst bin so langsam wie noch nie
  • 24.12.14 ATMO
  • 26.12.14 zwei japanerinnen mit riesenwurst
  • 27.12.14 wien ist nur ein etwas größeres weimar
  • 28.12.14 das hühnerparadies ist eigentlich ein hühnerfresserparadies
  • 29.12.14 erinnerungen an ein schnittlauchbrot
  • 30.12.14 einmal bitte mit klimmt und zucker
  • 1.1.15 peter weibel ist ein dozent
  • 2.1.15 peter weibel lügt
  • 3.3.15 kaiserschnittlauchbrot
  • 11.3.15 Salzburg ist ein etwas kleineres Weimar
  • 18.3.15 was die mutter alles kann, wenn fremde menschen im hause sind
  • 19.3.15 klappwaffeldach
  • 20.3.15 naturschauspieler
  • 21.3.15 elitäre makulatur
  • 27.3.15 Es war dann doch schnell klar gewesen: es handelte sich um ein Klagewesen.
  • 28.3.15 Amt für: ist doch alles klar gewesen.
  • 29.3.15 Zeiteinteilung: Seit vielen Jahren schimme ich immer so viele Bahnen wie ich alt bin, und manchmal stelle ich mir dabei vor, wie ich mit 70 dann 70 Bahnen schwimme.
  • 30.3.15 die beschleunigung des leeren: wie ein großes: ZU SPÄT!
  • 1.4.15 wissentlich aber nicht willentlich, gekonnt aber nicht gewollt, mit Hammer und Seife gewaschen: ein Wanderkrampf, heute hier, morgen dort
  • 5.4.15 wenn Klagenfurt das Gegenteil von Freudenstadt ist, dann ist Köln der natürliche Gegenpol zu Wien.
  • 7.4.15 KAPIERSTAU
  • 8.4.15 Im Schwimmbad verlesen: Kleinbürgerbecken, wär‘ aber auch interessant.
  • 9.4.15 Wenn am Schluß einer käme und dir zeigen würde, alles das hier habe einen tieferen Sinn gehabt, wäre das nicht unglaublich enttäuschend??
  • 10.4.15 EINGRÄMEN – AUSGRÄMEN – ABSCHMINKEN
  • 11.4.15 sich befreien ist das gegenteil von sich beschweren
  • 13.4.15 aus dem bauhaus aus dem bauch raus
  • 17.4.15 unterkummer
  • 19.4.15 heute zum erstenmal verheiratet Fahrrad gefahren: ging ganz gut.
  • 24.4.15 ich verteile mein gewicht auf mehrere tage, ganz einfach
  • 25.4.15 Marcel Brothase, der Bruder von Klares Ver Huntzen
  • 27.4.15 vielleicht sollte man, um langeweile zu vermeiden, in der fussball-bundesliga das vorzeitige ende des spielbetriebes vereinbaren, sobald jemand vorzeitig meister geworden ist, weil er nicht mehr eingeholt werden kann: so wie früher der sogenannte „sudden death“ in eishockey und zeitweise auch bei verlängerungen in fußballspielen; der erste hat das ziel erreicht und damit ist auch schluß für alle anderen, spektakel vorbei – wär‘ doch lustig.
  • 28.4.15 wir versprechen nichts, was wir halten können
  • 29.4.15 erster Verleser des Tages: die Zahl der mildtätigen Übungsflüge
  • 2.5.15 mittelhoff
  • 3.5.15 gestern glaubwürdig getanzt
  • 5.5.15 weltentwertung
  • 7.5.15 ich knipse abends das licht aus – ich kaufe morgens brötchen – ich bin kein mensch mehr
  • 8.5.15 heisenberg des tourismuszeitalters: ich zerstöre das, was mir gefällt, während es mir gefällt
  • 13.5.15 interessant, dass einem an gleichen Stellen immer dieselben Sachen auffallen oder man an dieselben Dinge denkt, wenn man an eine bestimmte Stelle kommt, man an anderen Stellen aber rein garnix bemerkt
  • 14.5.15 eine alte Frau trägt eine Katze verächtlich spazieren
  • 15.5.15 ein pferd liegt nü!
  • 17.5.15 Er hat an diesem Abend ein ganz ähnliches Hemd an wie ich, aber das kann und darf natürlich nicht sein, wahrscheinlich kostet ein einzelner Knopf soviel wie mein gesamtes Hemd.
  • 18.5.15 spannung – drive – Schnecken
  • 19.5.15 am straßenrand zwei weiße Plastiktüten, die sich ängstlich wie Tier ins Dickicht kauern: so wenig Begabung und doch spürbar mit Talent
  • 20.5.15 blablagoldblabla
  • 21.5.15 der politische jamertyp, in der lokalpolitik engagiert seit mindestens 30 jahren, wenn nicht länger, ein parteisoldat, der alles mitträgt, wenn es nur die eigene partei beschließt, und der dasselbe scheiße finden würde, wenn es die gegenpartei beschlösse, phatansie- und humorlos bis auf’s mark, alles besserwissend, weil er ja – zumindest nach eigenem dafürhalten – mit allen wassern gewaschen, alle boshaftigkeiten der anderen kennt und weiß von welchen Intrigen begleitet die entscheidungen gefällt werden: Ihr werdet noch sehen, was Ihr davon habt, denn Ihr habt die ja gewählt, die jetzt dies und das wollen; nur gut, dass die eigene partei alles anders gemacht hätte, wenn man sie denn gelassen hätte: das alles ist nur noch deformation, nicht der geringste krümel an information oder geistiger bewegung.
  • 22.5.15 die einen beobachten, die anderen gestalten
  • 3.6.15 sein Gällen grenzte an einen jähen Kompromiss
  • 4.6.15 Einbildung und Ausbildung.
  • 9.6.15 wenn du weißt, wo du bist, kannst du sein, wo du willst
  • 10.6.15 ist Humor Strategie?
  • 11.6.15 es entsponn sich ein unsagbar ernsthaftes und intensives gespräch darüber, wie oft man die diversen siebe und filter eines wäschetrockners zu reinigen habe und wo an welcher stelle sich welche anzahl von flusen ansammeln dürfen, ohne dass ernsthaft angst um sein leben haben muss, dass ich nur noch darüber staunen konnte, wie wichtig wäsche waschen ist, über welche dinge man unglaublich intensiv nachdenken kann (und vielleicht sogar muss), um sich als vollwertiges mitglied der wäschewaschenden gesellschaft betrachten zu dürfen, ja, sich überhaupt als mitglied dieser gesellschaft betrachten zu dürfen – als problem waren mir all diese details bisher einfach entgangen irgendwie; gut dass das draußen keinem auffällt.
  • 19.6.15 wie kann man in einem Alter, in dem man eigentlich alles lächerlich finden sollte, einfach nur über jeden Scheißdreck kichern?
  • 26.6.15 lass Dir Deine Zeit nicht nehmen!
  • 27.6.15 Glatzkörper.
  • 28.6.15 Die Benennung der Straßen im Angesicht der zunehmenden Veralterung der Gesellschaft und in Anlehung an die „Straßen der Jugend“ im Osten in „Straße des Alters“, „Platz des Vergessens“ oder gar eine auffallende Kehrtwendung einer Richtung in „Alterskurve“ (würde sich auch für Sportstadien eignen: …“in der Alterskurve der Allianz-Arena…“), wobei ich natürlich auch Straßennamen nach beliebten Krankheiten gut fände, z.B. Gonorrhoe-Gasse-5 oder Alzheimer-Allee 25…, wo wohnen Sie, am Borreliose-Platz 1, ich bringe Sie gleich hin!
  • 5.7.15 Hat es nicht etwas Widerwärtiges, wenn ein jugendliches Paar bei 38 Grad Ceslsius im elterlichen aufblasbaren Planschbecken sitzt – zusammen mit dem potentiellen Schwiegervater (dem Vater des Mädchens in diesem Fall) und wie empfände man dies, handelte es sich um den Vater des Jungen in einem anderen Fall?
  • 6.7.15 wie ein hammer in der waagschale, wie ein mann, der abends voller wut glasflaschen am gehweg zerdeppert und eine mülltonne umtritt
  • 7.7.15 hätte sich A sich nicht 1994 eine klarinette gekauft, dann wäre er nicht elf Jahre später mitB in dem kleinen ort C aufgetreten, dann hätte ihn D nach seinem auftritt auch nicht ansprechen können, sie hätten sich nicht ineinander verliebt, würden nicht zusammen leben und hätten sich sieben Jahre später kein haus gekauft, ihr schwager E hätte dort die elektrische anlage nicht neu gemacht und sein stiefsohn F, dem es gerade nach drei abgebrochenen Studiengängen an antrieb und perspektive mangelte, hätte ihm nicht dabei geholfen; das stromkabel-verlegen hätte E dann keinen solchen spaß machen können, dass er mit knapp 28 jahren eine elektriker-ausbilder begonnen hätte, und er hätte dann auch nicht in der parallelklasse der berufsschule seine jetzige freundin kennenlernen können.
  • 8.7.15 sie rollt die sätze nur so aus sich heraus und vor allem: vor sich her, einen nach dem anderen, um dahinter platz zu haben für sich selbst (wahrscheinlich)
  • 11.7.15 einkaufszettel: humanistische feuerpause, wachselhöhle, zwei beinen, zweimal weinen, wechselhölle
  • 16.7.15 gestern abend: ich klappe mein notizbuch zu und just im selben moment hörte eine grille auf zu zirpen (spätnachts) und ich rauche eine havanna und mein körper klappt meinen kreislauf zu und die lesebrille ist einfach das falsche hilfsmittel, um einen stern zu betrachten
  • 17.7.15 für viele menschen ist das leben nur eine abfolge von dingen, die es zu erledigen gilt
  • 19.7.15 das mit der kinheit ist ein wenig so wie mit den nerven im mund: dort hat man eine solche nervendichte, dass einem die kleinsten Dinge und Splitter sehr groß erscheinen, und in der kindheit erlebt man die dinge in einer ähnlichen größe und intensität
  • 22.7.15  iHarth24
  • 30.7.15 die tage sind nicht mehr durch worte formbar: ich verdrehe mein bein, um besser sehen zu können, ich will einfach zu viel, ich habe hunger und finde keinen tee, ich habe mut und finde keinen anfang, ich bin feige und finde kein ende.
  • 31.7..15 ein bettler mit kartenlesegerät zum abbuchen der spende
  • 1.8.15 eben erst bemerkt: die amerikanische Justizministerin heißt Loretta LYNCH: das ist jetzt nicht wahr, Ihr da draußen existiert gar nicht, die Welt nur ein Fake zu meiner Belustigung, alles nur schlecht erfunden
  • 2.8.15  Rauchen, aber mit Fahrradhelm fahren: Ist dies eine nachvolziehbare Logik, oder umgekehrt: Nicht Rauchen, aber auch keinen Fahrradhelm tragen??
  • 3.8.15 sie will ‚nen Kaufboy als Mann.
  • 6.8.15 Als Tochter eines Großgemüsehändlers züchtet sie heute selbst Gemüse in ihrem Garten: was man kennt, das tut man auch, oder eine Form der Rebellion?
  • 10.8.15 die Beschreibung von Autofahrer-Grundtypen als poetisches Konzept
  • 11.8.15 der Lenkradbeißer: angewinkelte Unterarme, Lenkrad wird mit beiden Händen links und rechts fest gegriffen, das Gesicht eher muskulös, leichter bis rasanter Unterbiß, Blick geradeaus, Oberkörper leicht vorgebeugt, ein beherzter Biß ins Lenkrad würde einen nicht verwundern
  • 12.8.15 ein flugzeug fliegt vorbei, wolke und kondenstreifen auf 1 wellenlänge, der schlechteste unter den gutartigen, der gutartigste unter den…
  • 13.8.15 warum will ich nicht, darf aber?
  • 14.8.15 heute gingen die uhren alle anders, egal auf welche ich schaute, und wo, es wurden überall völlig unwahrscheinliche uhrzeiten angezeigt, man machte sich noch nicht mal die mühe, eine wahrscheinlichkeit vorzutäuschen – wobei die minutenangaben immer irgendwie zu stimmen schienen – führte dies zu einer erschütterung des urvertrauens?: nein, ich fand das sogar in einer bestimmten art entlastend, der supermarkt hatte sowieso noch geöffnet und es konnte also morgen frisch gemahlenen kaffee geben!
  • 15.8.15 Trockenschwitzer
  • 18.8.15 sollten Analphabeten Fleisch essen dürfen?
  • 26.8.15 fehler nr. 1: einem technischen gerät vertrauen schenken
  • 27.8.15 angst und furcht als zwei unterschiedliche grundprinzipien
  • 29.8.15 naturburschikos
  • 30.8.15 les vaches sans rire
  • 31.8.15 das lied der müllrausbringer aus der oper: woher nur all dieser dreck?
  • 4.9.15 lisa kauft 92 tische, zwei häuser und einen salat
  • 5.9.15 wir sind von entspannung umzäunt
  • 6.9.15 ein ungepflegter bauch – ein gepflegter bauch
  • 14.9.15 glück ist eine emulsion
  • 19.9.15 füllt die Leere mit einem klaren NEIN!
  • 1.10.15 ein kleines notizbuch mit beliebten uhrzeiten, dass man dann immer rausholen kann, wenn man wissen will, wie spät es ist
  • 20.10.15 Man sollte zu ihrer Beerdigung strömen, zu hunderten, zu tausenden, zu zehntausenden, ihr eine letzte Ehre erweisen, denn sie zieht ihren Stolz aus dem Gefühl, es bei allen verschissen zu haben, allein deswegen, weil sie die einzige ist, die die Wahrheit kennt und sie verteidigt, auch um den Preis eines einsamen Lebens, ein Selbstopfer für das einzig Gute; gehen wir also alle alle alle zu ihrer Beerdigung, denn sie geht davon aus, dass natürlich niemand kommt, oder nur ein oder zwei treue Seelen: das ist das, was wir noch für sie tun können.
  • 28.10.15 A N A R S K I
  • 11.12.15 manche menschen fliegen nach Curacao, um dort ihre Füße in warmes Wasser zu stellen, laufen aber zuhause noch nicht mal barfuß
  • 4.1.16 zeitgrau
  • 29.1.16 ich gehe mit gebeugtem Herzens
  • 17.4.16 alles könnte gut sein, aber mein wille verdreht die welt
  • 5.5.16 am extremblauen Himmel ein kleiner extremgelber ADAC-Rettungshubschrauber, blau und gelb gleich Schweden, was mich daran erinnerrt, dass ich als junger Mensch mal ein Radio-Schweden-T-Shirt besessen habe mit der Aufschrift „keep in touch -radio sweden“, bleib in verbindung, bei schönem sommerhimmel bleib in verbindung, passt das jetzt irgendwie zur rettungsaufgabe des hubschraubers?
  • 7.5.16 Rücksichtsfülle
  • 8.5.16 am samstagabend zum erstenmal in meinem leben eine katze totgefahren, keiner hatte eine chance, weder die katze noch ich, und ich denke, es sei das erstemal gewesen, dass ich ein lebewesen getötet habe, aber das stimmt natürlich nicht, wiviele stechmücken hat man schon erschlagen, aber das erstemal, dass ich bewusst mitbekommen habe, wie schnörkellos der übergang zwischen lebend und tot sein kann (bei stechmücken ist das ja mehr so punktuell).
  • 11.5.16 ich bin heute so voller Mitneid
  • 12.5.16 Neidharth
  • 16.5.16 gott ist tot gilt, so wie es scheint, nicht für privatuniversen
  • 16.6.16 er legt sich mit allen an, doch keiner will mit ihm kämpfen
  • 21.6.16 unser dorf spielt kunst
  • 6.7.16 die dummheit sind im zweifel immer die anderen
  • 7.7.16 ich seitze und gucke in die gegend und warte, dass etwas passiert, aber alles bleibt sich gleich, das haus bleibt ein haus, der baum bleibt ein baum und die katze erwacht aus ihrem traum vom flügelschlag des nachbarlichen dromedars
  • 9.7.16 microdostojewski
  • 10.7.16 gegend ist eigentlich immer und überall – ein gegendstandsloses dasein ist wohl kaum jemandem möglich
  • 23.7.16 so einfach ist die welt gestrickt: da wird ein bau- und immobilientycoon voraussichtlich neuer amerikanischer Präsident, und was fällt ihm als erstes (und einziges) zur illegalen Einwanderung ein: WIR BAUEN EINE MAUER!
  • 25.7.16 SELBSTVERWIRK LICHTUNG
  • 28.7.16 SELBSTVERWIRK OHNE LICHTUNG
  • 1.8.16 in Dinge aus einer gesunden Distanz heraus betrachten: zurücktreten und sagen: was bin ich gut!
  • 2.8.16 einer, der sich in formulierungen ergießt: ein formulant?
  • 11.8.16 geld macht nicht klug
  • 12.8.16 der selbstverdiente bauch macht die eigenen ansichten schwerer, die herausgekratzt werden als urteile, die wahrscheinlich noch nicht mal vorurteile genannt werden können, da sie noch vor der vorurteilen sich festgesetzt haben, im gefühl, ein schweres leben gehabt  und sich alles selbst erarbeitet zu haben, was wahrscheinlich auch zum teil in die eigene tasche gelogen ist; alle sind dümmer und man selbst hat die wahrheit mit der scheiße gefressen – die einen befinden sich ökonomisch auf der untersten stufe und freuen sich, wenn jemand kommt, der noch unter ihnen steht und den sie treten dürfen, die anderen leiten aus ihrem ökonomischen erfolg einen weisheitsanspruch ab, immer und jederzeit recht zu haben und alles besser zu können, geld und dummheit sind genauso schlimm wie dummheit ohne geld; seit gestern abend habe ich wirklich verstanden wie donald trump funktioniert und warum er erfolg haben wird und warum das bei alfons hitler auch geklappt hat
  • 5.10.16 eine Mitteilung an die Welt in Form eines Seh-Tests
  • 10.10.16 letztens bin ich nach augsburg gefahren, um dort irgendein wichtiges ersatzteil zu besorgen, mit der straßenbahn hin (oder mit dem zug?), jedenfalls war ich vorher noch nie dort und es sah überraschend anders aus, als ich es mir vorgestellt hatte, große dunkle backsteinbauten und straßenkreuzungen ohne fußgängerzonen, so dass ich auf der suche nach dem baumarkt relativ bald das innere eines verwaltungsgebäudes aufsuchte, um dort auf einem wartestuhl in einem warteflur zu landen, wo mich ein mann mit jüngerem bauch ansprach und mir weiterhelfen wollte auf meiner suche nach dem ersatzteil, während überraschend leichtbekleidete junge frauen ihrem arbeitsplatz zustrebten
  • 13.10.16 ach was bin ich froh, dass es nicht auch noch einen Bildendenkunstnobelpreis gibt, sonst müsste man das auch noch aushalten
  • 16.10.16 ich ging mit stark gebeugtem herzen, doch zeitlich erfrischt (nicht erbost), solange, bis der eigene freund seinen eigenen kompletten garten wieder aus sich rauswürgt, an einem seichten nachmittag unter seichten bäumen vor einem seichten schatten und unter wolken; nichts war mehr haltbar, während niemand an seinen großvater denkt, und ich selbst mich sowieso dem schlaf übergeben habe, der mich nach einer halben stunde wieder rauswürgt, zeitlich erfrischt und nicht erbost.
  • 6.11.16 Das Bedrohliche steckt im Erkennbaren, nicht im Undeutlichen; dort die Gefahr zu vermuten, wo ich nichts klar erkennen kann, kann tatsächlich gefährlich werden, weil die Gefahr oft eher dort sitzt, wo man klar sieht, und doch nichts erkennt.
  • 13.11.16 sonntagsspaziergänger am fluß, ich sitze auf der bank, als ein mann, der mit der linken hand sein mobiltelefon ans rechte ohr presst, sich für alle öffentlich zugänglich, an den rand des spazierweges stellt, mit der rechten hand seinen hosenschlitz öffnet und weiter telefonierend den wegesrand bepinkelt: smartpisser mit phone nach rechts.
  • 22.11.16 heute zum erstenmal gelesen: wenn man hier etwas bestellt, dann erhält man ein wertiges postkartenset, kein hochwertiges, kein minderwertiges, sondern ein wertiges: ca veut dire quoi?
  • 30.11.16 wenn es niemanden interessiert, was du tust, existierst du dann – wenn es nur ein paar interessiert, was du tust, existierst du dann ein wenig mehr – wenn es alle interessiert, was du tust, was dann???
  • 7.12.16 jeder Wirklichkeit wohnt ein Saubär inne.
  • 8.12.16 erkennst du DADA, töte DADA!
  • 15.1.17 Null Jesus Positiv
  • 16.1.17 die erde ist eine scheibe, auf der man ständig etwas einkaufen muss
  • 19.1.17 intelligenz behindert
  • 23.1.17 die menschen träumen davon, ihre füße in warmes wasser zu stellen, dafür ist ihnen kein weg zu weit, täglich werden die thermometer miteinander verglichen, die herzschläge und das gewicht: wer hat schon 23.000 schritte, wessen fenster ist im schließt sich im schlaf?
  • 29.1.17 Abschaffung der Sklaverei größter Fehler der USA: Trump will sie jetzt wieder rückgängig machen.
  • 8.2.17 die krankheit unserer zeit besteht auch darin, für eine strecke achteinhalbtausend flugkilometer zu absolvieren, um dann das gefühlt zu haben, zehn tage von menschen ungestört und nur von reinster natur umgeben zu sein: was für eine idee!
  • 28.2.17 eine Kiste bleibt eine Kiste, auch bei noch so raffinierter Beleuchtung
  • 1.3.17 Alle umgebenden Menschen, vor allem Männer, sind für sie Arbeitsmaterial, einsatzfähig (und die meisten ein Leben lang einsatzbereit) für die verschiedensten Arbeitsleistungen; sie denkt sich nichts dabei, sie ist es so gewohnt (vermutlich von klein auf), der Charme wirkt und funktioniert: diesen Typ findet man in unterschiedlichen Ausprägungen durchaus öfter.
  • 2.3.17 vorgestern ein Fasan 50cm vom Straßenrand, kurz nach 7 morgens, fliegt nicht weg, duckt sich und schreit die Autos an;
  • 18.3.17: Kartoffelwolke
  • 21.3.17: kunst geht schnell, macht aber keinen spaß
  • 27.3.17: vom zuhören des zuhörers beim zuhören als alternative zur beobachtung des beobachters beim beobachten
  • 29.3.17: wenn ich in der stadt unterwegs war, hatten alles immer die lustige vorstellung, dass all die dinge, die ich gezeichnet habe, nicht mehr da wären, weggezeichnet sozusagen: man ginge dann irgendwann durch die stadt und dann hingen hie und dort nur noch zettel mit zeichnungen, wo früher gebäude oder bushaltestellen waren…
  • 30.4.: Die Trägheit der Masse ist schon ein physikalisches Problem, die Trägheit des Einzelnen ein viel weitergehendes.
  • 9.5.: everything must be hinterfragt
  • 10.5.: er war von einer aufdringlichen pünktlichkeit
  • 11.5.: mein einwurf: diese stadt hat es verdient, dass man ein buch über sie macht – als gegenwurf: wie wäre das denn zu verstehen, schließlich sei ich doch auch von hier – nein: ich bin hier nur geboren!
  • 12.5.: neunkirchen/saar, 22uhr03, einer sitzt und guckt in sein smartphone, einer steht und raucht und guckt in sein smartphone, einer steht und guckt in sein smartphone: seine unterlippe steht vor, einer hat kein smartphone, lässt aber langsam seinen rotz auf den bahnsteig tropfen
  • 13.5.:  E N T H U L D I G U N G
  • 14.5.: der mann, der einen garten hat, nie einen garten wollte und auch nicht viel damit anfangen kann, oder, weitergedacht: der mann, der nun mal da ist, eigentlich gar nicht da sein wollte, und auch nicht viel damit anfangen kann
  • 27.5.17: der weg führt nicht zurück, also werfe ich einen stein vor meine füße und bin mit meinem größten feind unterwegs – wir besuchen geschäfte, in denen ich als kind gerne war, ich zeige ihm alles, alles, alles, in einem geschäft bleibt er unbemerkt zurück, ich gehe barfuß weiter und finde meine schuhe im rinnstein unter einem parkenden auto, fast zufällig
  • 31.5.17: ich stochere mit dem brillenbügel in meinem ohr, vielleicht um etwas anderes zu finden, als nur ein jucken: ich finde blut auf dem kissen, später
  • 1.6.17: Transratio
  • 3.6.17: es gibt welche, die sind genauso wie alle anderen und tun alles dafür, dass sie anders scheinen, es gibt welche, die wissen, dass sie nicht dazugehören und wollen einfach nur sehnlichst dazugehören, und es gibt welche, die gehören dazu und wollen noch nicht mal anders sein.
  • 4.6.17: heute morgen eine stimme im radio, die über ihren heimatort erzählen soll: die reporterin hat alle mühe, den ein oder anderen brocken aus dem eigentümer der stimme herauszufädeln, alles klingt zäh und nicht gerade geistesblitzend: neo rauch spaziert im deutschlandfunk durch aschersleben
  • 10.6.17: die freude manifestiert sich im kopfschmuck der männer
  • 25.6.17: die bleistifte werden kürzer, aber zeit ist sowieso etwas von den menschen gedachtes, und linien auch
  • 16.7.17: olympische borhinsel, abends, verraucht
  • 21.7.17: wo sind deine wurzeln, wenn du schwitzt
  • 22.7.17 mein vater holt mich mit einem transporter ab, wir sollen irgendwo einen boden verlegen oder tapeten kleben oder was auch immer, d.h. wir sitzen hinten im wagen und die ladung vor uns und eine teppichrolle raubt mir auf dem beifahrersitz platz und atem, ich finde es sehr unangenehm, als mein vater plötzlich rechts abbiegt und anhält, m. wolle uns helfen und hier wolle er auf sie warten, er kann m. gar nicht kennen, er ist schn lange tot und m. habe ich erst vier Jahre später getroffen, wie auch immer, ich muss aus dem auto raus, weil ich fast keine luft mehr bekomme und die ganze zeit so eingeengt bin, dass ich mal die knochen dehnen muss, m. ist auf der anderen straßenseite bereits zu sehen, als ich jetzt den transporter von außen mal in aller ruhe betrachten kann und feststelle, dass er auch vorne einen lenker gehabt hätte, m. ist nun da, und ich frage meinen vater, ob man den transporter auch von vorne hätte fahren können, und er antwortet kurz und bündig: ja!
  • 23.7.17: eine welt, die langsam zerbröselt wie eine straßenmarkierung
  • 1.8.17: merkwürdiger Tag: schon August, aber erst Dienstag
  • 2.8.17: einen guten Musiker erkennt man auch daran, wie präzise er leise Töne auf seinem Instrument spielen kann; erkennt man einen guten Autofahrer auch daran, wie gut er langsam fahren kann?
  • 5.8.17: als sie sich ein schild um den hals hängte: „kann nicht sprechen“, fingen die leute plötzlich an, lauter mit ihr zu reden; seit unser auto auf der rechten seite eine delle hat, weil es von einer frau gerammt wurde, stelle ich fest, dass andere menschen in einem größeren abstand von uns parken
  • 15.8.17 perfektion = trägheit – trägheit = perfektion?
  • 17.8.17 sich die dinge flüssig machen, das war früher einmal der plan, heute machen dich die dinge mürbe, es fehlt oft einfach die flüssigkeit der gedanken
  • 21.8.17 ein kurzer Blick in den Kühlschrank: satt – das muss für heute morgen genügen
  • 24.8.17 morgens stehen die hähne am bahnhof und schreien laut: chablis, chablis chablis!
  • 28.8.17 unsere neue kamera mit eingebautem doppelkinnreformator
  • 29.8.17 bei den elfen will ich der zwölfte sein
  • 30.8.17 die kirchen schlagen zur vollen stunde die anzahl der stunden; zur halben stunde schlagen sie jeweils 1x, d.h. zwischen halb 1, 1 und halb 2 gibt es akustisch keinen unterschied
  • 31.8.17 glas – fliege – horizont
  • 2.9.17 ich bin einer von ihnen, bis sich einige der anderen durch eine lappalie strafbar gemacht habem, sie müssen sich im abstand von ca. 1,5 m voneinander im rechtwinkligen raster an einem leichten abhang aufstellen, kinder zum teil, jugendliche, mit nackten oberkörpern, als unser chef die bestrafung anordnet: es sollen die bajonette geworfen werden, und wo was getroffen wird, da fehlt dann halt nachher ein stück – ich kann da nicht hinsehen und kapiere endlich, was hier abgeht; ich wende mich ab und hoffe, dass es keiner merkt und suche am nächsten tag die widerstandsgruppe, der ich mich anzuschließen gedenke
  • 4.9.17 Muss man an das Dumme im Menschen glauben – ich muss ja auch nicht an die Straße glauben, oder an die Haustür: sie sind einfach morgens da, wenn ich raus muss.
  • 6.9.17 mache eine Zeichnung, die so aussieht, als befände sich darauf eine versteckte Figur, die einen Witz macht.
  • 8.9.17 die welt als eine ansammlung von geschehnissen, die sich gegen dich wenden, alles kommt auf einmal, es fehlt nur noch dies und das, um dem allem die krone auszusetzen, du strampelst und alle sind gegen sich, aber du willst schließlich die beste sein, deshalb kaufst du nur die besten sachen, verschleppst die dinge, die du tun solltest, bis sie unaufschiebbar sind, dadurch fühlen sie sich noch wichtiger an, hier sein, dort sein, alle haben etwas aus sich gemacht und du kaufst dir ein zimmer in einer stadt am meer, schnäppchen in der saison, nur 50,- Euro teurer pro tag als beim letztenmal außerhalb der saison, woher nur das geld nehmen?
  • 9.9.17 das elend kann nicht das ziel sein
  • 13.9.17 früher ein halbschwimmer, bin ich heute 1 delphin
  • 15.9.17 bericht: er, der keine noten kann, saß abends in der toscana, wo er noch nie war, und spielte einige töne auf seiner ziehharmonika, während über ihm der vollmond schien und plötzlich vier weiße katzen die bildfläche betraten (zu hause haben sie zwei katzen, davon keine weiß)
  • 16.9.17 was haben sie nur mit mir als kind gemacht: dass man sich mit freunden trifft ist ja durchaus nachvollziehbar, was die menschen aber an familienfeiern finden, wird mir auf ewig verschlossen bleiben: nie fühle ich mich einsamer, fehler am platz, ferner von dieser welt als an solchen tagen – ein gestohlener tag auf dem weg zum tod
  • 17.9.17 vom angsthasen und jammerlappen zum bestaussehendsten mann der eigenen gewichtsklasse
  • 18.9.17 die post reformert ihre dienste: jetzt kauft man die briefmarken, um die berechtigung zu erlangen, seine briefe eigenhändig zuzustellen
  • 26.9.17 als wenn man den Namen erfunden hätte: GAU-LAND; fehlt noch 1 Heirat mit einer Frau OST oder WEST und im Doppelnamen wäre die Sache perfekt
  • 27.9.17 ich bin noch nicht ganz unentschieden
  • 28.9.17 mit seinen schnellen und synchronen Beinbewegungen erzählte er vom schweren Schicksal seines Onkels
  • 13.10.17 gehe indisch und rette anschließend eine Schweizerin aus dem Straßenverkehr
  • 14.10.17 ich brauche keinen Zeitvertreib; meine Zeit vertreibt sich von ganz alleine
  • 16.10.17 die meisten menschen arbeiten an den anderen, aber nicht an sich selbst
  • 17.10.17 eine Bank wirbt mit dem Slogan: Weitsicht durch Nähe – was stelle ich mir vor: Kunde und Anlageberater Auge in Auge, ganz dicht und ganz nah – was will man da noch erkennen?
  • 29.10.17 wenn ich später mal in Rente bin, werde ich auch nachdenken
  • 31.10.17 die Schwur-Gestalten des Ferdinand Hodler recken ihre Arme nach oben als hingen sie dran
  • 1.11.17 Schwurhose
  • 2.11.17 schwören nur mit original Schwurhose aus dem Fachhandel (nach Hodler)
  • 3.11.17 im Eiter des Gefechts
  • 6.11.17 Lieblingssalben
  • 17.11.17 aus Symmetriegesichtspunkten wird das heutige Datum nur noch vom 17.11.71 übertroffen
  • 18.11.17 please change your oberflächenstruktur

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