Harthbasel

27. Juni 2015

kunst im bau (OTW)

Filed under: — klaus @ 10:21

Aufgabe war, ein bildnerisches Konzept für frisch renobierte
Arbeitsräume zu entwickeln. Dabei handelt es sich um eine
umgebaute alte Brauerei, in der sich seit vielen Jahren die
Druckvorstufe der ortsansässigen Druckerei befindet, die in
einem anderen Gebäude an anderer Stelle im Ort residiert.
Schnell stand die Idee im Raum, mit Materialien und Techniken
zu arbeiten, die auch mit der Tätigkeit der dort Beschäftigten
zu tun haben.
These 1: Hier in der Druckvorstufe wird nur noch am Recher
mit Daten gearbeitet. Die Verbindung zum Endprodukt wird
wieder etwas näher gerückt durch Verwendung von belichteten
Druckplatten als Bildgrund.
These 2: Reale Dinge aus dem Raum, ebenso wie dort beschäftigte
Personen finden sich auf den Bildern wieder. Ein
möglicher Kunde als Besucher der Räumlichkeiten kann
Bezüge herstellen zwischen Abbild und Wirklichkeit.
These 3: Verbindung von Vergangenheit und heutigem Zustand:
Zum Teil liegen den auf die Platten belichteten Abbildungen
Fotos des Zerfallszustandes der unrenovierten Brauerei
zugrunde, die teilweise mit aktuellen Fotos überlagert,
resp. gekontert wurden. Auch hier wird ein Vergleich Abbild
und Wirklichkeit angestrebt.
These 4: Um die zu belichtenden Abbildungen zu bearbeiten
wird mit denselben Programmen gearbeitet, die auch in der
Druckvorstufe verwendung finden.
These 5: Es gibt eine kleine Portraitserie dort beschäftigter
Mitarbeiter. Ebenso tauchen diese auch in anderen Bildern
auf. Ideengeber dazu waren Portraitbüsten im Stockholmer
Stadhuset, wo nicht nur Architekten und Bauherren, sondern
auch einige der am Bau beteiligten Arbeiter „verewigt“ wurden.
Ebenso Ideengeber war eine Serie von Zeichnungen
David Hockneys, der als Ausstellungsbeitrag das Aufsichtspersonal
der Tate Gallery portraitiert hatte.
These 6: Innerhalb von nur einigen Jahren haben sich die
Tätigkeiten im Druckvorstufenbereich radikal geändert. Wo
früher tatsächlich viel Handarbeit war, wie in vielen anderen
Branchen auch, ist der Rechner fast das einzig verbliebene
Arbeitsgerät.
Die Kombination von auf digitalem Weg ausgedruckten
Druckplatten, die aber zum Großteil wieder in klassisch malerischer
Handarbeit bearbeitet werden, erinnert daran und
zeigt auch in der Beschaffenheit der Oberflächen die unterschiedlichen
Qualitäten von digitaler und manueller Arbeit.

 

Wichtig war vor allem nicht nur eine optische Gestaltung der
Räumlichkeiten, sondern auch die Gestaltung einer Atmosphäre.
Die installierten Arbeiten sind auf große positive Resonanz
gestoßen und haben die Wahrnehmung und das Gefühl für
den Raum durchaus verändert.
Auch in einem gewissen Rahmen auch die Akzeptanz.
Wemmetsweiler im Oktober 2015

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