Harthbasel

4. August 2015

IKARUS

Filed under: — klaus @ 22:07

ikarus.film from Klaus Harth on Vimeo.

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ich kann das gute nicht erkennen

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Bei IKARUS handelt es sich um eine aktuelle,
noch im Entstehen begriffene Serie von Zeichnungen
und Collagen auf dünnem, halbtransparentem
Papier.
An IKARUS interessiert mich weniger die Figur
des Ikarus und ihre Beweggründe, als dass ich
von dem Bild von Pieter Breughel d.Ä. seit jeher
fasziniert war:
Im Vordergrund der sein Feld bestellende Bauer,
Schiffe auf dem Meer, am Horizont schließt und
erweitert sich der Weltkreis, und das eigentliche
Drama spielt sich vorne rechts ganz klein und
fast unbemerkt ab.
Die IKARUS-Zeichnungen beschäftigen sich
mit alltäglichen Dingen, Gesichtern, Szenarien,
Gegenden. Oft angeregt von Zeitungsfotos, aber
auch von Skizzenbuch-Notizen, Beobachtungen
aus dem Alltag.
In den Medien werden bestimmte Themen gerne
geballt durchgekaut und bestimmen die allgemeine
Aufmerksamkeit. Während wir alle
darüber nachdenken, wie und ob den Griechen
zu helfen sei, kann in der Ostukraine weitergekämpft
werden, ohne dass hier ein einziger Sack
Reis umfällt.
Während ein WM-Spiel läuft, kann der Bundestag
über unpopuläre Gesetze abstimmen. Kaum
einer merkt, dass es dabei nie unentschieden endet.
Und außerdem muss ich ja auch noch die Blumen
gießen, den Zaun streichen, das Dach decken!
Was gilt es also zu tun?
Die Kunst verhandelt Wirklichkeit. Und wenn
man etwas Gutes über sie sagen kann, dann vielleicht,
dass wir vermittels ihrer Vorstellungen
darüber gewinnen können, wie wir uns Bilder
über etwas machen. Wie unser Denken und unsere
Vorstellungen funktionieren.
„Nicht die Dinge verwirren den Menschen, sondern
die Vorstellungen von den Dingen.“
Und wenn man nun alltägliche Bilder, alltägliches
Geschehen beim Schopfe packt, sie und es
durcheinanderwirbelt, sich einverleibt und in anderer
Form wieder ausspuckt, dann mag das vielleicht
Sinn und Verstand schärfen für das, was
einem an anderer Stelle täglich so als Ordnung verkauft wird.

Die Verweigerung von Wirklichkeit lässt einen
die Welt vielleicht ein wenig besser begreifen.
„ ,Alle Begebenheiten in dieser besten aller Welten
sind miteinander verkettet; denn wenn Sie
nicht durch wuchtige Fußtritte in den Hintern um
Ihrer Liebe zu Fräulein Kunigunde willen aus einem
schönen Schlosse hinausgeworfen worden
wären, wenn Sie nicht vor dem Inquisitionstribunal
gestanden hätten, wenn Sie nicht zu Fuß durch
ganz Amerika gelaufen wären, wenn Sie dem Baron
nicht einen mächtigen Degenstich versetzt,
wenn Sie nicht alle Ihre Widder aus dem schönen
Lande Eldorado eingebüßt hätten, so würden
Sie hier kein Zitronat und keine Pistazien essen.‘
– ,Wohlgesprochen‘, erwiderte Candid, ,allein es
gilt, unseren Garten zu bebauen!‘ ”
Das Leichte und das Schwere sind Themen in
diesen Blättern. Das Private und das Öffentliche.
Das Alltägliche und das Herausgehobene.

Deshalb sollen diese Blätter, die alleine schon
durch das Material sehr luftig wirken, auch in einer
flatterhaften Inszenierung daherkommen.
Am besten an durch den Raum gespannten
Schnüren mit Wäscheklammern angebracht. Immer
zwei gegeneinander, damit das eine Blatt
auch auf das andere durchscheinen kann.
Ist alles so leicht, dass es auch wichtig ist?
Was ist das Dargestellte?
Und vor allem:
Was ist das NICHT Dargestellte?

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